Ein ganz besonderer Weg – Danke, liebe Lisa!
Manche Welpen ziehen aus und man freut sich einfach darüber, dass sie ihr perfektes Zuhause gefunden haben. Und manchmal beginnt mit dem Auszug eine ganz besondere Geschichte. Genau so ist es bei Lisa und unserer kleinen Grace aus dem I-Wurf (In the Hearts of Highlands).
Grace wird zur Assistenzhündin ausgebildet – ein langer und spannender Weg, der mit ganz vielen kleinen Schritten beginnt. Umso mehr freue ich mich, dass Lisa uns an dieser gemeinsamen Reise teilhaben lässt. Mit viel Offenheit, Herz und Ehrlichkeit wird sie auf meiner Homepage immer wieder von ihren Erfahrungen berichten – von den ersten Wochen als Welpe, von der Sozialisierung, den Fortschritten, den Herausforderungen und allem, was dazugehört.
Ich freue mich sehr, dass Lisa uns an dieser gemeinsamen Reise teilhaben lässt🙏
Liebe Lisa, ich bin von Herzen dankbar, dass du dir die Zeit nimmst, all das mit uns zu teilen. Ich wünsche euch beiden eine wunderbare gemeinsame Zeit und freue mich darauf, euch auf eurem Weg begleiten zu dürfen.
Und nun viel Freude beim Lesen von Lisas erstem Bericht!
Mehr als ein Welpe – Wenn aus einem Traum der Weg zum Assistenzhund wird
Wenn Menschen einen Assistenzhund sehen, sehen sie meistens nur das fertige Team. Was sie nicht sehen, ist der lange Weg dorthin. Genau davon möchte ich erzählen. Von unserem Weg mit Grace, der lange begonnen hat, bevor sie überhaupt geboren wurde.
Der Wunsch nach einem Assistenzhund war keine spontane Entscheidung. Ich habe mich lange mit dem Thema beschäftigt und mir viele Gedanken gemacht. Nicht nur über die Ausbildung, sondern auch über die Verantwortung, die Kosten und den Zeitaufwand. Mir war von Anfang an klar, dass ein Assistenzhund keine schnelle Lösung für ein Problem ist. Es ist ein jahrelanger Weg und am Ende muss der Hund diesen Weg genauso gerne gehen wie ich.
Genauso wichtig wie die Entscheidung für einen Assistenzhund war für mich die Wahl der richtigen Rasse. Viele denken dabei sofort an einen Labrador. Ich habe mich aber ganz bewusst für einen Flat Coated Retriever entschieden. Nicht weil ich denke, dass diese Rasse besser ist, sondern weil sie am besten zu mir und meinem Leben passt. Meiner Meinung nach gibt es nicht die perfekte Assistenzhundrasse. Es gibt nur die Rasse, die zum jeweiligen Menschen passt.
Danach begann die Suche nach einer verantwortungsvollen Zucht und genau so bin ich bei Highlandflats gelandet.
Schon nach den ersten Gesprächen mit Christiane und Andreas hatte ich ein richtig gutes Gefühl. Ich durfte jede Frage stellen und hatte nie das Gefühl, einfach nur jemand zu sein, der einen Welpen kaufen möchte. Man hat sofort gemerkt, wie viel Herzblut beide in ihre Hunde und ihre Welpen stecken.
Von Anfang an war auch klar, dass nicht ich den Welpen aussuchen würde. Bei Christiane und Andreas werden die Welpen nicht nach der Fellfarbe oder dem ersten Eindruck vergeben. Sie beobachten jeden einzelnen Welpen über Wochen ganz genau. Gemeinsam mit meiner Assistenzhundetrainerin Sarah wurde dann geschaut, welcher Welpe mit seinem Charakter am besten zu mir und meinem zukünftigen Weg passt. Genau so sollte es meiner Meinung nach bei einem zukünftigen Assistenzhund auch sein. Dieses Vertrauen abzugeben, fiel mir überhaupt nicht schwer, weil ich wusste, dass wir alle dasselbe Ziel haben: das bestmögliche Mensch Hund Team entstehen zu lassen.
Als schließlich feststand, dass Grace bei mir einziehen wird, ging für mich ein Traum in Erfüllung. Gleichzeitig wusste ich aber auch, dass jetzt die eigentliche Arbeit erst beginnt.
Grace musste nicht lernen, mir zu helfen. Erst einmal war es meine Aufgabe, ihr zu helfen.
Sie durfte Welpe sein. Sie durfte spielen, Quatsch machen, die Welt entdecken und in ihrem eigenen Tempo ankommen. Mir ist die Sozialisierung im Moment viel wichtiger als möglichst viele Kommandos. Sitz und ein Freigabesignal zum Fressen kennt sie inzwischen. Alles andere hat Zeit.
Während ich diesen Bericht schreibe, lebt Grace gerade einmal vier Wochen bei mir. Wir stehen also noch ganz am Anfang unserer gemeinsamen Reise.
Unser Alltag besteht im Moment vor allem daraus, gemeinsam die Welt zu entdecken. Wir fahren Bus, gehen durch Innenstädte, besuchen Geschäfte, fahren Aufzug oder sitzen einfach irgendwo und beobachten das Leben. Für uns Menschen sind das ganz normale Dinge. Für einen Welpen ist fast alles neu.
Ich versuche dabei immer auf Grace zu hören. Wenn ich merke, dass ihr die vielen Eindrücke zu viel werden, dann gehen wir nach Hause. Das ist für mich kein abgebrochenes Training, sondern gutes Training. Ein Welpe muss nicht jeden Tag an seine Grenzen gehen. Er muss lernen, dass die Welt ein sicherer Ort ist und dass er sich auf seinen Menschen verlassen kann.
Natürlich wünsche ich mir von ganzem Herzen, dass Grace eines Tages meine Assistenzhündin wird. Garantieren kann das heute niemand und genau das gehört auch zu diesem Weg dazu.
Im Moment ist Grace einfach ein fröhlicher, neugieriger Flat Coated Retriever Welpe, der jeden Tag ein kleines Stück mehr von der Welt kennenlernt.
Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis, die ich in den letzten Wochen mitgenommen habe. Ein Assistenzhund entsteht nicht durch möglichst schnelles Training. Er entsteht durch Vertrauen, gemeinsame Erfahrungen und ganz viele kleine Momente, in denen aus einem Menschen und einem Hund langsam ein Team wird.
Unsere Geschichte ist deshalb noch lange nicht zu Ende. Eigentlich hat sie gerade erst begonnen. Und ich freue mich auf alles, was noch vor uns liegt. Auf die schönen Momente, auf die Herausforderungen und auf jeden einzelnen Schritt, den Grace und ich gemeinsam gehen dürfen.












